Druckluft und Hüpfburgen helfen bei der Bekämpfung von Rückenschmerzen im Gesundheitssektor

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Von Stephan Tomlow, Leiter Ergonomie bei Liantis, externer Dienstleister für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz

Viele Beschäftigte im Gesundheitswesen leiden mit der Zeit an Muskel-Skelett-Beschwerden im unteren Rücken und in den Schultern, weil sie Patienten oft manuell lagern und kippen müssen. Eine Studie von UZ Gent und Liantis, dem bekanntesten belgischen externen Dienst für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, zeigt, dass die körperliche Belastung deutlich geringer ist, wenn Pflegekräfte Druckluft zum Aufrichten verwenden.

Hintergrund

Im Operationssaal muss das medizinische Personal den Patienten oft manuell kippen und lagern. Dies ist zum Beispiel bei Operationen in Bauchlage der Fall, bei denen ein Patient von der Rückenlage in die Bauchlage auf einer Stütze gebracht wird. Dieser Vorgang, das sogenannte "Pronieren", ist für den unteren Rücken sehr belastend.

Die Folgen dieser schweren körperlichen Belastung sind erheblich. Sie kann dazu führen, dass Mitarbeiter nicht mit voller Leistung arbeiten, sich krankschreiben lassen oder sogar das Unternehmen verlassen. Gemeinsam mit dem Universitätskrankenhaus Gent untersuchte Liantis, ob der Einsatz von Druckluft und aufblasbaren Kissen die körperliche Belastung der Beschäftigten im Gesundheitswesen verringern könnte.

Vergleich von drei Methoden der Pronierung

In der Studie haben wir drei verschiedene Arten der Bauchlage verglichen. Sechs Probanden mussten einen Patienten auf drei verschiedene Arten von der Rückenlage in die Bauchlage bringen.

Bei der ersten Methode wurden Druckluft und aufblasbare Materialien verwendet. Bei dieser Methode musste die Versuchsperson den Patienten über ein aufblasbares Brett (IBO) vom Bett auf den Operationstisch rollen. Zuvor wurde ein aufblasbares Kissen (IPS) auf Höhe des Thorax und des Beckens des Patienten platziert. Dieses Kissen wurde dann nach dem Aufrichten aufgeblasen, um die Positionierung abzuschließen.

Die anderen Methoden waren manuelle Eingriffe. Bei der zweiten Methode musste die Versuchsperson den Patienten mit Hilfe eines Rollbretts vom Bett auf den Operationstisch bringen. Auf dem Tisch wurde der Patient mit Hilfe von Gleittüchern gekippt. Anschließend wurde er angehoben, und es wurden Schaumstoffstützen unter den Patienten gelegt. Bei der dritten Methode schließlich musste er den Patienten von der Rückenlage im Bett auf den OP-Tisch direkt auf die Stützen oder den Rahmen rollen.

Bei jeder der drei Methoden wurde der Muskeltonus der Schultermuskulatur und der unteren Rückenmuskulatur der Probanden gemessen, um festzustellen, welche Methode die geringste körperliche Belastung darstellt.

Aufblasbare Kissen verringern die körperliche Belastung

"Die Druckluftmethode führte zu einer signifikant geringeren Muskelbelastung der Probanden im Vergleich zu den anderen, manuellen Methoden. Die aufblasbaren Kissen verursachten nicht nur eine geringere Schulterbelastung, sondern diese Methode war auch deutlich weniger belastend für die Rückenmuskulatur.

-Stephan Tomlow, Leiter Ergonomie bei Liantis (externer Dienstleister für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz)

Kurz gesagt: Die Vermeidung manueller Tätigkeiten kann dafür sorgen, dass Beschäftigte im Pflegebereich seltener unter Rückenschmerzen leiden.

Die Bedeutung dieser Forschung

Wie wichtig ist diese Art von Forschung? Filip Buckens, Ergonom am Universitätsklinikum Gent, erklärt, dass diese Forschung aus mehreren Gründen wertvoll ist:

"Die Ergebnisse zeigen vor allem deutlich, dass bestimmte manuelle Techniken aus dem Operationssaal verbannt werden müssen. Sie sind viel zu belastend für das medizinische Personal, und es gibt gute Alternativen, um diese körperliche Belastung zu vermeiden."

"Wenn man eine Theorie, die auf einem Bauchgefühl beruht, in die Praxis umsetzen will, braucht man Ergebnisse, die die Theorie schwarz auf weiß bestätigen. Wenn man Chirurgen davon überzeugen will, diese neue Technik in ihrem Operationssaal anzuwenden, muss man positive Ergebnisse vorweisen können. Und das ist bei dieser Studie zweifellos der Fall. Der Mehrwert des Einsatzes von Luftkissen wird durch die vorliegende Studie wirklich belegt."

-Filip Buckens, Ergonom am Universitätskrankenhaus Gent

 

Stephan Tomlow, Leiter Ergonomie bei Liantis, externer Dienstleister für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz

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